Festivalweekend 12.08-14.08.2016

18 08 2016

Rocco del Schlacko / Open Flair / Taubertal

1766 km quer durch die Republik für drei Konzerte Fanta 4.

Kann man das machen? NEIN!

Man MUSS das machen.

Vor allem, wenn man endlich mal von einem absoluten Vollprofi chauffiert wird. So führte mich mein erster Reiseabschnitt an den Rand des Potts ins beschauliche Werne. Dort traf ich mich schon donnerstags abends gegen 18:30 Uhr mit dem bezaubernden Rehlein Kalle Struss und seinem Kollegen Terry McCormick. Ursprünglich wollten wir sofort Richtung Saarland losfahren und unterwegs ein Schlafpäuschen einlegen, aber die Vollsperrung der A 1/ Leverkusener Brücke und die kilometerlangen Staus rund um Colonia veranlassten uns zu einer Umdisposition. In einer ortsansässigen Frittenschmiede schraubten wir uns noch jeder einen extrem delikaten Hamburger in die Figur und ich konnte mir einen kleinen Scherz nicht verkneifen:

Ich so: „Ich hätte gerne den Veggi-Burger.“

Frittenmann: „Hamma nich mehr auffe Kaate. Sowat frisst hier kena!“

Willkommen im Pott. 😉😊

Anschließend legten wir uns noch bis Mitternacht in die Rock ’n‘ Roll Trucks zur Ruhe.

Pünktlich um 23:55 Uhr wurde ich durch heftiges Schaukeln der LKW-Kabine geweckt. Kurz wähnte ich mich auf einem Schiff, aber es war nur der zarte Kalle, der vom Bett auf den Fahrersitz wechselte. Kurz etwas Wasser ins Gesicht und Zähne geputzt und um 0:30 Uhr begann der wilde Ritt zum ersten Festival, dem Rocco del Schlacko auf dem Sauwasen in Püttlingen.

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Am Horizont ist bereits der riesige Zeltplatz zu sehen:

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Pünktlich um 8 Uhr trafen wir auf dem Festivalgelände „Sauwasen“ ein:

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Bereits um 9 Uhr waren die Trucks entladen und Kalle, Terry und ich machten uns auf den langen Marsch zum Catering. Und es war ein langer Marsch. Einmal quer über den ganzen Festivalplatz, vorbei an den Nightlinern und noch einen kleinen Hang hinab. Belohnt wurden wir aber mit einem Frühstück der Extraklasse. Alles vom Feinsten. Kalle haute sich nach dem Frühstück noch ein paar Stunden aufs Ohr, während ich erstmal duschte, die Gegend erkundete und mich sehr ausgiebig mit den Stage-Hands unterhielt. Gegen frühen Nachmittag trat ich nochmal den langen Weg ins Catering an, denn es lockte frisch Gerilltes. Dafür bin ich immer zu haben. 🙂

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Bevor allerdings DIE FANTASTISCHEN VIER die Bühne betraten, musste ich noch JENNIFER ROSTOCK  über mich ergehen lassen. Absolut nicht meine Musik, aber Geschmäcker sind ja verschieden. Als Co-Headliner traten die wiedervereinten BOYSETSFIRE auf, auf die ich mich sehr freute.

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Crowdsurfen war die Devise ihres Auftritts. Die Jungs brannten eine Show ab, das kann man garnicht erzählen. Vom Allerfeinsten!

Aber dann hieß es, nach einer 40-minütigen Umbaupause, endlich wieder: VIERVIERVIER!

20160812_230032Pünktlich um 23:00 Uhr betrat ESKEI83 die Bühne und begann mit seinem fetten Intro. Das neue Bühnenbild haute mich, Sabrina und Cathrin direkt um. Nix mehr LED-Wände sondern passend zum Old-School-Style mit DJ wurden die Livebilder nun mit zwei Beamern auf die Bühne projeziert. Für mich stand augenblicklich fest, dass ich die Show auf dem Open Flair vom FOH (Front of House – der Turm in der Mitte des Festivalgeländes) aus sehen werde. Diese fand ohnehin ohne ESKEI83 statt, der einen unaufschiebbaren Auftritt auf Teneriffa hatte.

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Leider fehlten LE SMOU, ICHISICHISICHISICH, TYPISCH ICH und DIE DA!?! im Set – dafür wurde EWWS und KRIEGER gespielt. Auch das fette Prodigy-Mashup im Song SMUDO IN ZUKUNFT fehlte nicht. Extrem fette Show!

Etwa 90min nach Showende rollerten Kalle, Terry und ich vom „Sauwasen“ und durch das nachtschlafende Püttlingen der hessischen Stadt Eschwege entgegen. Á propos nachtschlafend: Wir waren kaum auf der Autobahn und schon krabbelte ich in mein Hochbett, zog das Sicherheitsnetz hoch (nicht, dass ich bei einem Bremsmanöver noch dem zarten Kalle auf den Schoß plumpste) und schlief umgehend ein. Aber nur kurz, denn ich musste mich erst an das Geschaukel gewöhnen. 😉

Hilfsbereit wie ich bin, sorgte ich mit einem ausgewogenen Schnarchkonzert dafür, dass Kalle auch nicht müde wurde – Böse Zungen behaupten, dass es zwischen Püttlingen und Eschwege keine Bäume und Sträucher mehr längs der Autbahn gibt. Ich halte das ja für ein Gerücht. Vielleicht überprüft das mal jemand. 😉

Etwa gegen 7 Uhr war ich dann aber wach, krabbelte wieder auf den Beifahrersitz und wurde augenblicklich mit einem wunderschönen Ausblick auf das schöne Hessen kurz vor Bad Hersfeld belohnt:

20160813_071753Noch ca. 50 km Landstraße bis Eschwege und ein kleiner Ritt durch enge Gassen….

….und wir erreichten das Open-Flair-Gelände. Das Erste, was mir positiv auffiel, war, dass hier auch mal an die durstigen Busse gedacht wurde:

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Nach einem ausgiebigen Frühstück und einer Dusche im angrenzenden Sportlerheim ist mir etwas Unangenehmes passiert: Ich schlief im menschenleeren F4-Crew-Container auf einer Couch ein und pennte mal locker 1,5 Std durch. Ob das jemand mitbekommen hat weiß ich nicht. Aber nach einem Blick auf die Uhr und einer Schrecksekunde verpisste ich mich so schnell ich konnte. 🙂

Zum Glück wurde ich noch rechtzeitig zum Konzert von VON BRÜCKEN wach. Auf die Jungs freute ich mich besonders, da ich deren Tour im ZAKK/DÜSSELDORF jobbedingt leider verpasst habe:

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Ein richtig geiles Konzert. Die Stimme von Nicholas Müller ist einfach überragend. Ich habe mich so gefreut, dass er seine Angststörung im Griff hat und das es ihm wieder richtig gut geht. Nach dem Konzert von VON BRÜCKEN trafen wir uns Backstage und unterhielten uns lange über seine Musik, mein Buch und vor allem über die Freundschaft zu Thomas D. Danke, für dieses tolle Gespräch:

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Nach VON BRÜCKEN spielten dann noch KAPELLE PETRA auf. Eine Band, die mir besonders von Sonja immer wieder ans Herz gelegt wurde. Aber ich kann mit dieser Art Musik nix anfangen. Es tut mir ehrlich leid, aber da komm ich nicht bei. Dieses krude, alberne rumblödeln kickt mich null. Ähnlich geht es mir bei MONSTERS OF LIEDERMACHING, J.B.O. oder KEULE.

Vor den FANTAS spielte BOSSE noch ein richtig gutes Konzert. Den guten Mann hatte ich irgendwie gar nicht auf der Agenda. Ich war positiv überrascht……und ein Autogramm für meine Kathrin habe ich auch noch bekommen. Aber dann:

FANTAS mit meinem guten Freund Christian (der extra für dieses Konzert aus Trier anreiste und noch in der Nacht wieder heimfuhr) vom FOH aus. Was für eine Wucht! Die Show macht derbe Bock auf die Hallentour im Dezember/Januar. Dieser ganz besondere Style der beiden Beamer…….BOMBE! Das hatte so richtig was. Geil!

Lassen wir Bilder sprechen:

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Nach dem Konzert, bei dem auch wieder DIE DA!?! und PICKNICKER gespielt wurde, hätte ich beinahe mein „Taxi“ verpasst. Ich hatte mich mit Marleen verquatscht. Wir hatten uns sehr lange nicht gesehen und hatten uns dementsprechend viel zu erzählen – sorry, Kalle 🙂

Die Fahrt hatte ich vollkommen verpennt. Kaum auf der Autobahn war ich damit beschäftigt, die Botanik abzuholzen……und Kalle wach zu halten – hihihi.

Das Erste, was ich sah, als ich die Augen öffnete, war das:

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Und das zweite, nachdem ich mich aus dem Truck geschält und auf die Bühne geschleppt hatte, war das:

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Was für eine beeindruckende Kulisse. Hier fühlte ich mich sofort wohl. Da hatte mein Rekord-Tour-Buddy Marco, den ich endlich wiedertraf, nicht übertrieben. Allerdings hielt dieses Gefühl nur so lange, bis ich einen Blick in den Fotograben warf:

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WTF? Mein erster Gedanke: Wie soll ich denn da die Kippe zu Michi werfen? Einen Stein dran binden? Zu gefährlich. In einen Papierflieger einarbeiten? Zu ungenau. Also was tun?

Die rettende Idee hatte Evelyn aus dem Catering. Sie organisierte mir ein weißes Handtuch und ein silbernes Tablett. Nachdem ich von SMUDO und THOMAS D noch die Erlaubnis bekam über das Gitter zu hechten und Michi die Kippe formvollendet zu übereichen, war das Konzert praktisch gerettet.

Den zweiten Gag, den ich mir überlegte, konnte ich einerseits nicht umsetzen, andererseits passierte dadurch etwas außergewöhnliches und für mich einmaliges. Eigentlich wollte ich meine weißen Freisprechkopfhörer mit zum Konzert nehmen, um bei EINFACH SEIN (meinem persönlichen „Hass“-Lied) über mein Handy einfach nochmal DAS SPIEL IST AUS zu hören. Ich stand so auf der Bühne rum, legte das Tablett mit Handtuch und Kippen parat und kontrollierte das Kabel der Kopfhörer, dass da nix verknotet ist. Dies sah der In-Ear-Mann Tobias und er fragte mich, was ich damit aufm Kozert will. Ich erklärte es, aber er hatte eine bessere Idee. Er gab mir einen In-Ear-Empfänger für das Konzert. Ich war total platt. Das war mal richtig geil! Ich hatte komplett den Sound auf den Ohren, den SMUDO auf den Ohren hatte. Ich konnte letzte Anweisungen vor der Show und in der Zugabenpause mithören. EIN TRAUM! Tobias: DANKEDANKEDANKE!

Einziger Vorteil dieses unfassbar breiten Fotograbens war, dass man auch in der ersten Reihe etwas von der coolen Beamer-Show mitbekam:

Und weil vor den Fantas mit BOYSETSFIRE und WIZO zwei Bands spielten, die derbe nach vorne gingen, wurde die Grabensecurity gleich mal aufgestockt, denn auch bei den Fantas war heftigst Crowdsurfen angesagt. Erlebt man auch eher selten.

Nach diesem extrem schweißtreibenden Konzert verabschiedete ich mich noch flott von den Jungs und stieg erneut zu Kalle in den Truck. Auf dem Rückweg nach Werne verpennte ich erneut den Großteil der Fahrt. Gegen halb 8 waren wir bereits wieder in Werne, weil ich Kalle erfolgreich davon abhalten konnte, sich noch ne Stunde aufs Ohr zu hauen. Ich wollte nur noch Heim, denn ich war ziemlich durch. Danke, Kalle, dass du durchgeballert bist. Ich „liebe“ Dich! In Werne schnell meine Klamotten ins Auto verklappt und ab nach Hause. Dort kam ich gegen 11 Uhr Gott sei Dank heil an. Unterwegs fielen mir zweimal die Augen zu. Beinahe wäre ich gegen ein Straßenschild und ein geparktes Auto gefahren. Da musste ich kurz mal aussteigen und ein bisschen um mein Auto rumlaufen……….7km vor daheim……voll peinlich.

Alles in allem aber ein extrem geiler Turn.

Danke an Kalle Struss, der mich in seinen heiligen Truck gelassen hat – ich als Trucker weiß, wie er gelitten haben muss. 🙂

Und natürlich DANKE an Flo Hauss, die FANTAS und Rock ’n‘ Roll-Trucking, die mir diese Reise ermöglichten.

Zum nächsten Konzert nach Berlin wird geflogen und im Dezember/Januar ist der liebe Marco wieder an Bord meines Wohnwagens. Das wird fein – dann auch mit meinem Buch im Gepäck.

BTW: Mein Buch TROYER BEGLEITER ist ab sofort bei Amazon vorbestellbar und wird ab dem 07.11.2016 in den Läden stehen.

Wir sehen uns in Berlin!

 

T R O Y


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